Stahlschwäche drückt Betriebsgewinn von ThyssenKrupp

Stahlschwäche drückt Betriebsgewinn von ThyssenKrupp

15.05.2012 Düsseldorf – ThyssenKrupp rechnet wegen des schwächelnden Stahlgeschäfts im laufenden Geschäftsjahr mit einem deutlichen Rückgang des Betriebsgewinns.

Das Unternehmen peile für 2011/12 (per Ende September) einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich an, teilte ThyssenKrupp Dienstag mit. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte der Stahlkocher noch rund 1,8 Milliarden Euro eingefahren. Von Januar bis Ende März musste Vorstandschef Heinrich Hiesinger auch im europäischen Stahlgeschäft Einbußen hinnehmen, während in Amerika die neuen Stahlwerke weiterhin Verluste schrieben.

“Insgesamt gehen wir davon aus, dass wir bei der Ergebnisentwicklung die Talsohle durchschritten haben”, sagte Hiesinger. Im fortgeführten Geschäft – also ohne die vor dem Verkauf an Outokumpu stehende Edelstahltochter Inoxum – schrumpfte im zweiten Quartal das bereinigte Ebit auf 134 Millionen Euro von 435 Millionen. Im ersten Halbjahr fuhr ThyssenKrupp 217 Millionen Euro ein. Im zweiten Halbjahr peile der Konzern einen “moderaten Anstieg” gegenüber dem ersten Halbjahr an.

Aus den bereinigten Zahlen rechnet das Unternehmen Veräußerungsergebnisse und Aufwendungen für Restrukturierungen heraus. Unbereinigt und inklusive Inoxum verbuchte ThyssenKrupp im ersten Halbjahr einen Verlust von rund einer Milliarde Euro ein. “Der Bericht liest sich insgesamt sehr enttäuschend”, sagte ein Händler. Die Aktie geriet vorbörslich unter Druck.

THYSSENKRUPP VERKAUFT EISENGUSSTOCHTER WAUPACA

Die Stahlbranche um Weltmarktführer ArcelorMittal leidet unter einer schwächelnden Nachfrage. Vor allem in den schuldengeplagten Staaten Südeuropas halten sich die Kunden mit Bestellungen zurück. Zugleich sorgen die Überkapazitäten für einen Druck auf die Preise. Bei ThyssenKrupp schmolz im zweiten Quartal das bereinigte Ebit im europäischen Stahlgeschäft auf 30 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum war es noch zehnmal soviel gewesen. Die amerikanische Stahlsparte schrieb einen Verlust von 228 Millionen Euro – im Vorjahr hatte sich der Fehlbetrag allerdings sogar auf 319 Millionen Euro belaufen.

Bei den Beteiligungsverkäufen kam Hiesinger hingegen voran. Für die US-Eisenguss-Tochter Waupaca habe der Konzern am 14. Mai mit KPS Capital Partners aus New York einen Kaufvertrag unterzeichnet, hieß es. Die Verhandlungen mit verschiedenen Interessenten für den Verkauf des Federn- und Stabilisatoren-Geschäfts sowie der Tochter Tailored Blanks würden fortgesetzt.
(Reuters)

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