Seltene Erden

Das Kvanefjeld-Projekt von Greenland Minerals and Energy auf Grönland könnte dereinst 20 bis 30% des globalen Bedarfs an kritischen Seltene-Erde-Elementen decken.

Grönland ist die grösste Insel der Erde, gehört geo­logisch zum arktischen Nordamerika und ist politisch ein autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark. Im Juni 2009 trat ein Abkommen zur erweiterten Autonomie in Kraft. Danach verbleiben nur noch die Aussen- und Verteidigungspolitik in ­dänischer Verantwortung.

Die Wirtschaft Grönlands ist der ­geringen Bevölkerungszahl und den klimatischen Bedingungen entsprechend schwach ausgebildet. Eine der Haupt­einnahmequellen ist der Tourismus. Von Bedeutung ist auch die Fischerei sowie der Robben-, Walross- und Walfang. Im Oktober 2013 stimmte das grönländische Parlament mit fünfzehn gegen ­vierzehn Stimmen dafür, ein Jahrzehnte altes Verbot der Gewinnung von Uran aufzuheben. Durch die Nutzung dieses für die Erzeugung von Atomenergie ­gebrauchten Rohstoffs und anderer ­Bodenschätze will Grönland künftig Ein­nahmen erzielen, die die finanzielle Unabhängigkeit von Dänemark erhöhen.

Der Parlamentsentscheid war gute Kunde für Greenland Minerals and Energy. Das australische Unternehmen treibt nämlich im Südwesten Grönlands das Multielementeprojekt Kvanefjeld vor­an. Explorationsbohrungen auf dem 80 Quadratkilometer grossen Projektgebiet in den Jahren 2007 bis 2011 ergaben eine Ressource von 956 Mio. Tonnen Erz, die 575 Mio. Pfund Uranoxid, 10,33 Mio. Tonnen Seltene-Erden-Oxide und 2,25 Mio. Tonnen Zink enthalten.

Geplant ist ein Minenbetrieb, der jährlich 3 Mio. Tonnen Erz verarbeiten würde. In einem Konzentrator entstünden dabei 230 000 Tonnen mineralisches Konzentrat, das 14% Seltene-Erden- Oxide und 0,25% Uranoxid enthält. Dar­aus könnten dann pro Jahr 7000 Tonnen kritische seltene Erden, 16 000 Tonnen leichte seltene Erden und 1,1 Mio. Pfund Uranoxid raffiniert werden.

Von besonderer Bedeutung im Kvanefjeld-Projekt sind die Vorkommen von seltenen Erden. Sie gelten als die grössten ausserhalb Chinas, das heute deren Produktion zu über 90% kontrolliert. Seltene Erden – von denen es siebzehn verschiedene Elemente gibt – sind un­erlässliche Rohstoffe für Hochtechno­logieprodukte von Windturbinen über Hybridautos bis zu Smartphones. Eine Anzahl dieser Elemente wird von west­lichen Regierungen als kritisch für ihre Industrie eingestuft. Unabhängige Studien schätzen, dass das Kvanefjeld-Projekt in Zukunft 20 bis 30% des globalen Bedarfs an kritischen Seltene-Erde-Elementen abdecken könnte.

Bis es soweit ist, wird es aber noch dauern. Anfang 2015 will Greenland die Ausbeutungslizenz für Kvanefjeld betragen. Sie hofft, diese in der ersten Hälfte 2016 zu erhalten, so dass dann im zweiten Halbjahr mit dem Bau der Mine ­begonnen werden könnte. Der Produk­tionsbeginn schliesslich ist für 2018 ­vorgesehen. In der Zwischenzeit will Greenland auch noch einen Joint-­Venture-Partner suchen, denn allein ist das grosse Projekt nicht zu stemmen. Anleger, die jetzt einsteigen, brauchen Risikofähigkeit und einen langen Atem.

Quelle: http://www.fuw.ch/article/seltene-erden-2/

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