China nutzt sein Quasimonopol aus Produktionsstopp für Seltene Erden verlängert

Der Hunger der Weltwirtschaft nach Seltenen Erden ist groß. Und doch fallen die Preise für die begehrten Rohstoffe, die in Handys und Computern verarbeitet werden, seit geraumer Zeit. China kontert mit einem Produktionsstopp – der nun noch dazu verlängert wird.

Manganknolle – sieht mehr nach Kartoffel aus als nach Metall. Sie liegt auf dem Meeresgrund in vier- bis sechstausend Metern Tiefe und enthält ein Rohstoffpaket aus Mangan, Kupfer, Zink, Nickel, Kobalt, Eisen, Molybdän, Selen und Tellur.

Sie tragen kuriose Namen wie Europium, Cerium oder Neodym – Metalle, die besser bekannt sind unter ihrem Sammelbegriff “Seltene Erden”. 17 chemische Elemente, die die High-Tech-Industrie zum Leben braucht. Diese Metall werden unbedingt benötigt, um etwa Computer, Mobiltelefone, Batterien oder Flachbildschirme zu fertigen. Sie kommen auch in Windanlagen, Raketen, Elektroautos und vielen weiteren Gütern zum Einsatz.

Kaum eine Branche kommt ohne Seltene Erden aus. Entsprechend klagte die Wirtschaft über die Preisexplosion im Jahr 2010 und in der ersten Jahreshälfte 2011. Doch dann das Aufatmen, seit Mitte 2011 gab es eine wohltuende Entspannung, die Preise sanken teilweise um weit mehr als 50 Prozent.

China verknappt das Angebot

Der Unternehmen Freud war Chinas Leid. Die Volksrepublik ist der Quasimonopolist der Branche. Zwar sitzt das Land nur auf rund einem Viertel der bekannten weltweiten Vorkommen. Doch es fördert mehr als andere Rohstoffländer. Die USA, Kanada und Australien haben ihre Förderung lange Zeit vernachlässigt. So können die Chinesen mit ihrer Lieferung rund 95 Prozent des weltweiten Bedarfs bedienen.

Der Preisverfall der letzten anderthalb Jahre schmälert aber die Gewinne. Daher verknappt das Land sein Angebot künstlich, um den Preis der weltweit begehrten Rohstoffe zu stützen. Der jüngste Coup: Der größte Anbieter Baotou Steel verkündete am 23. Oktober, praktisch all seine Werke, auch diejenigen in der östlichen Provinz Jiangxi, vorübergehend dicht zu machen. Eigentlich sollte der Produktionsstopp auf zwei Monate begrenzt sein.

Doch die erwünschte Wirkung trat nicht ein, daher wird die Lieferpause nun verlängert. In einer Mitteilung von Baotou Steel an die Shanghaier Börse hieß es, die Bergwerke in der Inneren Mongolei blieben weiterhin geschlossen. Durch den Produktionsstopp der vergangenen zwei Monate habe der Markt für Seltene Erden zwar “eine leichte Erholung” erfahren. “Aber es gab keine grundlegende Umkehrung”, beklagte der Konzern.

Neue Fördergebiete rund um den Globus

Chinas Quasimonopol sorgt für Konflikte mit seinen wichtigsten Handelspartnern. Die Welthandelsorganisation (WTO) setzte im Juli auf Antrag der USA, der EU und Japans einen Ausschuss ein, der sich mit den chinesischen Exporten Seltener Erden beschäftigt. Der Bedarf der Wirtschaft steigt weiter rapide. Bis 2020 dürfte sich der globale Verbrauch auf 200.000 bis 240.000 Tonnen pro Jahr beinahe verdoppeln. 70.000 bis 90.000 Tonnen davon dürften voraussichtlich auf den nicht-chinesischen Teil der Welt entfallen.

Wirtschaftsnationen wie die USA wollen nicht mehr von China abhängig sein. Weltweit arbeitet man daher daran, neue Abbaugebiete zu erschließen und stillgelegte Projekte wieder aufzunehmen. Sie hatten unter anderem wegen möglicher Umweltbelastungen, die beim Abbau entstehen können, geruht.

bs

 

Quelle: http://boerse.ard.de/meldungen/produktionsstopp_fuer_seltene_erden_verlaengert100.html

 

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