China macht Seltene Erden wieder attraktiv

13.03., 10:21 Hasso Bergmann

Kein Tag ohne neue Nachrichten aus China zur Wirtschaftslage und den Maßnahmen der Regierung. Bei uns kein Tag ohne Dax-Rekorde und Diskussionen ĂŒber die Folgen der Finanzrepression und Draghi‘s Anleihen-Ankaufprogramm, das jetzt begonnen hat. So kurios es in den Augen der Griechen aussehen mag – bis auf wenige Ausnahmen erlebt die Welt derzeit eine unglaubliche LiquiditĂ€tsschwemme und historisch niedrige Zinsen. Es geht jetzt fĂŒr Privatanleger darum, sich vom liebgewonnenen traditionellen Zinssparen zu verabschieden und in Sachwerte zu investieren.

Was im Immobilienmarkt als wichtigstes Motto gilt – „Lage, Lage, Lage“ -, lĂ€sst sich leicht verĂ€ndert auf die angesagte Geldstrategie der BundesbĂŒrger ĂŒbertragen: „Sachanlagen, Sachanlagen, Sachanlagen!“ Das hat trotz der gewaltigen Europa-Probleme und den bedrohlich aussehenden Ost-West-Spannungen nicht unbedingt etwas mit „Flucht“ in die Sachwerte zu tun. Aber Chancen und Risiken sollte der Privatanleger ĂŒber die Anlageklassen hinweg streuen. Und da können strategische Metalle lĂ€ngerfristig ein wertvoller Portfolio-Bestandteil sein. Gerade hier spielt die Musik in China. Das geht aus dem neuen Newsletter fĂŒr Investoren  der Frankfurter Tradium GmbH hervor, die zu den europĂ€ischen MarktfĂŒhrern bei strategischen Metallen gehört.

Es war viel darĂŒber spekuliert worden, in welche Richtung sich die Preise fĂŒr Seltene Erden nach dem Ende der chinesischen Neujahrs-Feierlichkeiten entwickeln wĂŒrden. Inzwischen ist klar: seit Anfang MĂ€rz geht es fĂŒr viele Seltenerd-Metalle weiter nach oben! Getrieben von Erwartungen zum Aufbau neuer strategischer Reserven durch die chinesische Regierung erhöhen die Produzenten ihre Preise. Hinzu kommen grĂ¶ĂŸere ZukĂ€ufe der Investment-Plattform Fanya, die dem Markt signifikante Mengen an Dysprosium, Terbium und Neodym entzieht.

Weiter voran schreitet auch die grundsĂ€tzliche die Konsolidierung. Peking will nĂ€mlich den Markt fĂŒr Seltene Erden besser kontrollieren und bĂŒndelt die vielen Kleinunternehmen in sechs großen Unternehmensgruppen. Neue Projekte erhalten keine Genehmigung, wenn diese nicht bei den Großen angesiedelt sind. Schließlich berichtet „China Daily“, dass acht zentrale Regierungsstellen in einer gemeinsamen ErklĂ€rung die Provinzregierungen dazu aufrufen, illegale AktivitĂ€ten aufzudecken und mit strengen Strafen zu belegen. Ergebnisse sollen bis Mitte April prĂ€sentiert werden. Peking scheint bestrebt, durch die unterschiedlichen Maßnahmen die Preise fĂŒr Seltene Erden wieder nachhaltig nach oben zu treiben.

SchĂ€tzungen des Verbandes der Chinesischen Seltenerd-Industrie zufolge hat der illegale Anteil in den letzten Jahren mehr als 50% des Marktes eingenommen. Ein dramatischer Einbruch der Preise war die Folge. Und dies versucht Peking nun mit aller Macht wieder in die richtige Balance zu bringen. Fazit von Tradium: „Es ist mehr als Spekulation, dass dies den offiziellen Stellen auch gelingen wird. Auch von dieser Seite also Impulse fĂŒr steigende Preise – der deutsche Anleger kann davon profitieren!“

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geĂ€ußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
Quelle: http://www.onvista.de/news/china-macht-seltene-erden-wieder-attraktiv-2127745
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